Der innere Kritiker: Die Stimme im Kopf und wie Sie anders auf sie hören können
Was ist der innere Kritiker?
Wir alle kennen diese Stimmen in unserem Kopf, die alles Mögliche wollen. Gedanken, die leiten, zweifeln, Pläne schmieden oder uns zurückhalten. Aber eine Stimme ist oft auffallend präsent: der innere Kritiker.
Der innere Kritiker kann subtil sein, aber auch hart und deutlich. Es ist die Stimme, die sagt, dass es besser sein könnte, dass man nicht genug tut oder dass man etwas falsch gemacht hat. Auf diese Stimme zu hören, kann unbemerkt am Selbstvertrauen nagen.
Und vielleicht kennst du das ja: Du bist von etwas begeistert, aber direkt danach folgt ein Gedanke, der diese Begeisterung schmälert.
Selbstvertrauen aufzubauen, geschieht nicht von allein. Es erfordert Bewusstsein, Milde und konkrete Schritte. In diesem Blog nehme ich dich mit, wie du anders mit deinem inneren Kritiker umgehen lernst.
Sehr unfreundlich … und doch als Schutz gedacht
Der innere Kritiker kann sehr unfreundlich zu dir sein. Vielleicht glaubst du schon lange, was diese Stimme dir sagt:
„Du bist nicht gut genug.“
„Das hättest du besser machen sollen.“
„Gleich sehen sie, dass du es nicht kannst.“
Mit der Zeit können diese Gedanken so vertraut werden, dass du sie als Wahrheit ansiehst.
Und doch…
Genau wie Angst ist der innere Kritiker oft als eine Form des Schutzes entstanden. Diese Stimme versucht, dich vor Ablehnung, Fehlern oder Schmerz zu bewahren. Indem sie dich klein hält, glaubt sie, dich in Sicherheit zu wissen.
Das Problem ist nur, dass dieser Schutz dich auch davon abhält zu wachsen, Entscheidungen zu treffen und deinen Träumen zu folgen.
Der innere Kritiker gibt so lange negatives Feedback, bis du aufhörst, was du eigentlich willst. Nicht weil er gegen dich ist, sondern weil er denkt, dass das sicherer ist.
Wie erkennst du deinen inneren Kritiker?
Der innere Kritiker hat nicht immer dieselbe Form. Manchmal ist es eine deutliche, harte Stimme. Manchmal aber auch eine sanfte, fast unauffällige Zweifel.
Es kann helfen, neugierig darauf zu werden, wie dein innerer Kritiker klingt:
- Ist es eine strenge, urteilende Stimme?
- Oder eher eine ruhige Stimme mit kleinen Bemerkungen?
- Spricht sie in kurzen Sätzen oder in ausführlichen Geschichten?
Durch diese Untersuchung entsteht Raum. Du musst die Stimme nicht sofort ändern, allein schon zu erkennen, wie sie funktioniert, macht einen Unterschied.
Selbstvertrauen auf zwei Arten aufbauen
1. Bewusst stolz sein
Eine einfache, aber wirksame Übung ist, jeden Morgen und Abend etwas aufzuschreiben, worauf du stolz bist.
Das kann etwas Großes sein, aber gerade auch etwas Kleines:
- etwas abschließen
- deine Gefühle ausdrücken
- etwas durchstehen
- dir selbst treu bleiben
Indem du dies regelmäßig tust, trainierst du quasi eine andere Stimme in dir.
Du zeigst dir selbst und deinem inneren Kritiker, dass es auch eine andere Perspektive gibt.
Forschung zur Positiven Psychologie zeigt, dass das bewusste Lenken der Aufmerksamkeit auf das, was gut läuft, hilft, das Selbstbild zu stärken und negative Denkmuster zu durchbrechen. Und vielleicht merkst du nach einer Weile, dass diese kritische Stimme etwas sanfter wird.
2. Deinen inneren Kritiker durch SoulCollage® kennenlernen
Eine andere Möglichkeit, mit deinem inneren Kritiker zu arbeiten, ist, ihn sichtbar zu machen. Wenn du eine SoulCollage®-Karte von diesem Teil deines Selbst machst, passiert etwas Interessantes.
Du suchst nach einem Bild, das diese Energie repräsentiert. Oft stößt du ganz von selbst auf ein Bild, das genau das trifft, was du fühlst, ohne dass du es vorher bedacht hättest. Indem du dann mit dieser Karte durch den „Ich bin der/diejenige, der/die…“-Prozess arbeitest, entsteht Distanz und Einsicht.
Du schaust nicht mehr nur aus der Perspektive des Kritikers, sondern auch auf den Kritiker. Dies wird auch als Helikopter-Perspektive bezeichnet: Du siehst das Muster, ohne vollständig darin gefangen zu sein.
Licht auf den Schatten werfen
Was oft überrascht, ist, dass der innere Kritiker nicht nur negative Seiten hat. Wenn du diesen Teil besser kennenlernst, entdeckst du oft, dass er auch Qualitäten besitzt:
- er will dir helfen, dich zu verbessern
- er will, dass du sorgfältig bist
- er will, dass du wächst
Nur die Art und Weise, wie er das tut, ist manchmal zu streng oder nicht hilfreich. Indem du mit diesem Teil arbeitest, kannst du ihn sozusagen in eine unterstützendere Rolle begleiten.
Anstelle von:
„Du machst das nicht gut“
kann es sich ändern in:
„Wie kannst du das auf eine Weise tun, die sich für dich besser anfühlt?“
Eine andere Beziehung zu dir selbst
Mit deinem inneren Kritiker zu arbeiten bedeutet nicht, diese Stimme zu verdrängen. Es bedeutet, eine andere Beziehung aufzubauen. Du gehst von:
- Glauben, was die Stimme sagt
zu - Hören, was dahinter steckt
Das erfordert Übung. Und Milde. Aber Schritt für Schritt entsteht mehr Raum. Und damit wächst auch dein Selbstvertrauen. Nicht weil der Kritiker weg ist, sondern weil du stärker dem gegenüberstehst, was in dir geschieht.
Mit Karten arbeiten als nächster Schritt
Möchtest du mehr mit deinen SoulCollage Karten arbeiten? Im SoulCollage® Studio erhältst du monatlich die Möglichkeit, Karten zu erstellen und damit zu arbeiten, sodass du Schritt für Schritt mehr Einsicht und Balance entwickeln kannst.